Irresponsible and unreflecting
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Vielleicht liegt das alles nur daran, dass ich in letzter Zeit mal wieder zu wenig geschlafen habe. Vielleicht daran, dass der einzige Mensch, der mich in den letzten eineinhalb Jahren wirklich mal verstanden hat, genug eigene Probleme hat und etwa 800km entfernt ist. Vielleicht  liegt es an dem Buch, was ich eben fertig gelesen habe. „Tote Mädchen lügen nicht“. Der Selbstmord einer Jugendlichen und die Hintergründe; baut nicht zwingend die Stimmung auf. Fesselt aber. Und irgendwie… macht es nachdenklich. Bringt mich seit langer (!) Zeit mal wieder zum reflektieren. Falls ich das noch kann, versteht sich. Weil… ich glaube, ich konnte das mal. Ein bisschen, auch wenn’s mir eigentlich ja nicht so liegt.

Jedenfalls… nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, überkam mich das dringende Bedürfnis, mal wieder zu bloggen. Weil ich gemerkt habe, wie… einsam… ich im Grunde bin. Ja, klar, ich habe den halben Tag Menschen um mich. Ist nicht so, dass man nicht mit Menschen in Kontakt treten kann, wenn man will. Aber… das ist der Punkt. Ich will einfach nicht. Ich habe keine Ambitionen, kein Interesse, mich mit anderen Menschen zu befassen. Und ich glaube, das ist schon eine ganze Weile so. Im Grunde hat es wohl angefangen, als ich aufgehört habe zu bloggen. Also… halbwegs regelmäßig. Das ganze Genöle bzgl. „Ich weiß nicht, was ich bloggen soll *emoemo*“ meine ich damit nicht. Das hat ja keinen rechten Inhalt. Mit dem Stillstand meines Blogs habe ich mich aktiv passiv von Menschen abgewandt, die mir eigentlich wichtig waren. Die das gar nicht sein mussten. Im Grunde Internetbekanntschaften. Aber dennoch. Ich denke sogar heute noch manchmal an die beiden. Mein Schwesterchen und die… „Teilzeitpiratin“ in Dänemark. Ich weiß gar nicht, ob sie wiedergekommen ist. Komisch eigentlich. Da ist man eigentlich so sehr an Menschen interessiert und trotzdem lässt man es mehr oder minder bewusst zu, dass der Kontakt abbricht. Ist selbst dafür verantwortlich. Treibt einfach immer weiter ab, unternimmt nichts dagegen.

Ich muss zugeben, ich hatte auch eine leicht eklige Zeit (persönliches Verhalten, Einstellung und dergleichen), auf die ich… nein, im Grunde nicht wirklich stolz bin. Und es gab, naja… gibt, einen Menschen, der mir da rausgeholfen hat. Kurz und knapp: Meine Freundin. Aber sie ist einfach… zu weit weg. Hat selbst so viel um die Ohren. Und wenn ich mich um andere kümmere, hat das den fragwürdig positiven Nebeneffekt, dass ich nicht auf mich schaue. Was mal ganz gut sein kann. Aber grade kommt es mir so vor, als ob einfach alles über mir zusammenschlägt. Weil ich solange von mir selbst entfernt war, es ja immer noch bin, irgendwie. Persönlich afk.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es irgendwie bedaure, für sie da gewesen zu sein. Eher im Gegenteil, ich bin ganz froh drum. Aber mir drängt sich der Verdacht auf, dass ich immer nur für einen Menschen da sein kann. Oder eineinhalb Menschen. Und inzwischen müsste ich ja sogar zweimal für mich da sein, wenn man’s so nimmt. Immerhin arbeite ich jetzt, Ausbildung und so. Im Grunde habe ich sogar das Richtige gefunden, denke ich. Nicht zu ehrgeizig, aber auch nicht völlig belanglos. Also, klar… verzichtbar bin ich immer noch, aber zumindest kann ich mich später gelegentlich nützlich machen.

Aber es nagte von Anfang an an mir, dass ich mich so… verstellen… musste. So kam es mir zumindest vor, andere würden es vielleicht schlichtweg für Umgangsformen und dergleichen halten. Aber diese ganzen Regeln, Reglementierungen und Vorschriften (Verbote?)… ich kann einfach nicht mehr frei heraus reden. Oder… ein bisschen kann ich’s noch, aber ich ecke immer gleich irgendwo an. Was mich in der Schule nicht gestört hat, was mich privat auch nicht wirklich stören würde. Aber hier bin ich, vor allem als Azubi, gnadenlos unterlegen. Ich habe zu springen, wenn man „Hopp“ sagt, und wenn ich mich weigere, bekomme ich (im übertragenen Sinne, so barbarisch sind meine Vorgesetzten dann doch nicht mehr) die Peitsche zu spüren. Das klingt wahrscheinlich ein bisschen arg apokalyptisch und übertrieben, aber es ist einfach ein Grundgefühl, was ich nicht abschütteln kann. Vielleicht bin ich auch einfach kindisch, weil ich die Freiheit aus der Schule vermisse. Man kann sagen, was man denkt. Man kann sich kleiden, wie man mag (hier habe ich auch viele Freiheiten, aber es geht halt nicht an, im Kilt zu kommen, wenn ich grade mal Bock drauf habe) und dergleichen. Klar. Das ist kindisch. Unangepasst, wenn man’s neutral bis positiv darstellen will. Egoistisch meinetwegen. Aber ich vermisse diese unbeschwerte Grundfreiheit. Es muss ja nicht gleich der Kilt sein.

Hinzu kommt schlichtweg mein Zeitmangel. Ich bin an einem normalen Arbeitstag 13Stunden außer Haus. Theoretisch kommen noch acht Stunden Schlaf und eine Stunde essen/duschen/Zähne putzen hinzu. Dann habe ich etwa zwei Stunden täglich für mich, in denen ich mich ausleben „kann“. Und von diesen zwei Stunden gehen noch mal drei ab für Telefonchat mit meiner Freundin, weil die am Arsch der Welt ein Auslandsjahr macht. Wenigstens das ist bald vorbei. Scheiße war’s trotzdem. Ist’s.

Ich habe mir vor über einem Monat einen Satz Wurfmesser gekauft (drei Kleine, zwei Große). Bisher bin ich nicht einmal dazu gekommen, die Dinger auszutesten oder mich damit vertraut zu machen. Selbst, wenn das Wetter mal den Gang vor die Tür zulässt und ich die Zeit nicht beim Musical oder beim skypen verbringe… inzwischen fehlt mir oft auch einfach die Kraft, noch groß was anzufangen. Ich habe mich vor einer Weile mal wieder öfters mit jemandem getroffen, den ich… ewig und drei Tage kenne. Den ich sehr schätze und inzwischen auch relativ problemlos als meinen „besten Kumpel“ bezeichne, aber auch das hat nachgelassen. Gut, Musical kam erstmal dazwischen. Aber das ist ja nicht ewig. Ich habe einfach keine Lust mehr auf Menschen. Und wenn sie mir auch wichtig sind… ich will im Grunde einfach nur meine Ruhe haben. Weil ich sie sonst gar nicht mehr habe und durchdrehe. Ich war, glaube ich, nie der Typ, der sich beim Treffen mit anderen Menschen entspannen konnte. Vielleicht habe ich mich gefreut, diese Menschen zu sehen, oft hat man auch Spaß zusammen. Aber es strengt mich einfach sehr an, was manchen unter Umständen unverständlich ist. Für mich existiert ein Unterschied, ob ich nun z.B. bei meiner Freundin auf dem Bett liege und schimmle, während sie irgendwas macht oder ob ich genau das Gleiche daheim tue. Es ist einfach etwas Anderes. Was nicht heißt, dass ich etwas dagegen habe, bei meiner Freundin zu sein. Eher im Gegenteil. Aber ich empfinde einfach so, dass ich meine Ruhe brauche und diese Ruhe nur alleine bekomme. Das ist kein persönlicher Angriff gegen jemanden und mancher Menschen Nähe finde ich sogar positiv, aber Ruhe habe ich dann nicht. Hoffentlich hat das irgendjemand außer mir verstanden…

Zukunftsungewissheit ist eine andere Sache, die mir zu schaffen macht. Naja, von manchen Standpunkten aus könnte man es auch „Zukunftsgewissheit“ nennen. Ich habe nie wirklich konkret über das nächste Ziel hinausgedacht, weil ich mir den Streß ersparen wollte. Bis dahin hat sich ohnehin weißgottwas geändert. Meine momentane Tendenz ist jedoch, dass ich, sobald ich die Ausbildung fertig habe, mir etwas in einer kleinen oder mittelgroßen Bibliothek suche und keinen langen Anfahrtsweg habe. Vielleicht auch nur eine Halbtagsstelle. Es sollte für (evtl. Unterkunft und) Verpflegung reichen. Ich muss mich ja nicht an eine Stelle festketten, bis ich in die Rente entlassen werde. Ich bin ja… „jung und flexibel“, würde mein Vater jetzt wahrscheinlich sagen. Ganz Unrecht hat er da nicht, es bringt mich nicht um, erstmal ein bisschen runterzukommen, bevor ich später evtl. wieder mehr mache. Weil… so wie jetzt kann’s nicht auf Dauer weitergehen. Noch zwei Jahre… meinetwegen. Wird schon. Habe ja Praktika, die ich mir günstig lege, räumlich gesehen. Und Wochenenden. Hoffentlich. Und mit ein bisschen Glück bricht sich meine Ausbilderin auch mal den linken Arm und ein Bein (sie ist linkshändig)… dann wird’s hier auch weniger Stasiähnlich. Ich mag eigentlich niemandem was Schlimmes an den Hals wünschen… meinetwegen kann sie auch zwei Monate Sonderurlaub mit anschließender Reha oder so haben. Hauptsache, ich kann hier ohne Angst im Nacken atmen. Könnte ja auch noch vorschlagen, dass meine Chefin schwanger werden könnte… aber ich habe keine Ahnung, wie alt sie ist. Zwischen Anfang dreißig und fast fünfzig ist eigentlich alles drin. Weil ich so gut im Alter schätzen bin und so…

Außerdem… zieht es mich nicht wirklich von daheim weg momentan. Vielleicht ist das bald anders, ich weiß es nicht. Aber durch dieses Jahr Ausbildung habe ich erst gemerkt, wie froh ich bin, einen Ort und Menschen mein Zuhause nennen zu können, da stellt es, neben aller Bequemlichkeit, die ich weder leugnen kann noch will,  eine Art… Verrat… dar, einfach abzuhauen. Weil ich die leise, wispernde Hoffnung habe, dass ich daheim auch ein wenig gebraucht werde und ab und an sogar nützlich bin.

Auf der Arbeit habe ich dieses Gefühl lustigerweise nicht, da ist es eher eine Art… benutzen, nicht brauchen. Ich verlange keine Sonderbehandlung (weder positiv noch negativ), aber… ich will eigentlich mehr als nur „funktionieren“. Und damit meine ich nicht „gut/besser funktionieren“, nur, um Missverständnissen vorzubeugen.

 

...

 

Jetzt ist abend. Es geht wieder halbwegs. Ich weiß nicht mal genau, was ich geschrieben habe. Weiß nur noch, dass ich's in dem Moment (und wahrscheinlich generell) ernst gemeint habe. Und das ich das jetzt undurchgesehen hier reinstelle. Scheiß drauf, was an Reaktionen vielleicht kommen mag. Was wem nicht passen könnte. 

Kann sein, dass ich übertreibe? Kann sein. Muss aber nicht. Irgendwie ist es einfach grade merkwürdig, dass ich wieder mal blogge. aber ich sollte es tun, huh? Finde ich jedenfalls. Und nicht nur ich, bis jetzt. 

Wiiie auch immer. Here we go. Und was wäre ein Eintrag von mir ohne Musik und (fast) random Lyrics? Eben. 

 

Whatever you do
Don't tell anyone

- Lost art of keeping a secret (QotSA)

 

[Sieht so aus, als würde die Einbettfunktion bei Youtube der Vergangenheit angehören... also hier einfach eine Verlinkung --> Verlinkung! ]

15.6.12 20:35
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gothic-Elfe (16.6.12 23:48)
Das mit der Ruhe verstehe ich voll und ganz. Ich bin nie allein. Immer ist jemand da. Aber WENN ich mal allein bin, kommt mir das vor wie das gröste geschenk auf Erden.


(24.6.12 21:22)
Das heißt es eben erwachsen zu werden. Man macht sich auf keinen Fall mehr die Mühe, zu reflektieren und hat keinen Bock auf Leute, weil es einen einfach ankotzt nicht mehr das hinzubekommen, was man eigentlich machen will. Es ist echt der Hammer: Leute, die dich mal kannten, hassen dich und dir geht es am Arsch vorbei? Ich mein... Sind wir alle so abgestumpft?

Wenn man allein ist, denkt man dann aber wieder nur über all den Scheiß nach, der einen täglich umgibt und dass man sich wie ein nichts fühlt, aber man kann ja gleichzeitig nicht die Hoffnung auf Besserung wegwerfen, weil sie der einzige Gedanke ist, an das man sich noch klammern kann, um zu glauben, dass irgendwo hinterm Horizont ein Stückchen Glück für einen selbst liegt, das man irgendwann finden und sich in die Tasche stecken kann.

So far, best regards!


Kevin (28.6.12 23:29)
Chris, ich fasse mich kurz:

Ich will dir nur sagen, dass egal was ist, solltest du irgendwann mal jemanden brauchst wo du deine ganzen Probleme abladen kannst, ich bin immer für dich da. Wenn nicht, dann nicht. Ich will nur, dass Du weißt, dass ich hinter dir stehe.

LG,

Kevin

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